Projekte & Preise

PROJEKTE & PREISE

Jahr 2018 - wir stehen ganz am Anfang und die ersten Projekte sind in der Evaluierungsphase.

Laufende Projekte

Einstieg in die molekulare Analyse gesundheitlich und züchterisch relevanter Merkmale beim Alpaka am Beispiel von Vliestyp- und Fellfarben-Varianten

Die Zucht gesunder Nachkommen stellt einen wichtigen Bestandteil in der Haltung von Neuweltkameliden dar. Leider kommt es auch bei Lamas und Alpakas, wie bei anderen Säugetieren, zu Aborten und Totgeburten. Nur mit guten Kenntnissen der Ursachen und deren Häufigkeit können gezielt Massnahmen zur Vorbeugung getroffen werden. Über die Häufigkeit und die Ursachen der Aborte und Totgeburten in der Schweiz ist zurzeit sehr wenig bekannt. Daten aus Nordamerika und Neuseeland zeigten eine Abortrate von 7-12%. Als Auslöser für die Aborte und perinatale Sterblichkeit kommen infektiöse, sowie auch nicht infektiöse Gründe in Frage. Infektiöse Ursachen beinhalten die Erkrankung durch Bakterien, Viren oder Parasiten. In Nordamerika wurden Chlamydien, Brucellen, Leptospiren und Listerien als mögliche bakterielle Aborterreger gefunden. Neuweltkameliden sind auch empfänglich für das BVD Virus (Bovine Virusdiarrhea Disease). Auch Parasiten können Aborte auslösen. Neosporen gehören zu den wichtigsten Ursachen für parasitär bedingte Aborte. Natürlich kann ein Abort auch aufgrund von nicht infektiösen Ursachen wie zum Beispiel Stress, Zwillingsträchtigkeiten und ungenügender Progesteronproduktion durch das Muttertier auftreten. Spurenelemente spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der weiblichen Fruchtbarkeit. Es wird angenommen, dass ein Spurenelement-Mangel zu Trächtigkeitsverlusten und Geburt von lebensschwachen Crias führen kann.

Um die Situation in der Schweiz besser einschätzen zu können, beschäftigt sich eine neue Studie der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern mit dem Vorkommen und den Ursachen von Aborten und perinataler Sterblichkeit bei Neuweltkameliden. Daher untersuchen wir die uns gemeldeten abortierten Föten, sowie um die Geburt verstorbene Crias. Nebst der Autopsie des Fötus inkl. Nachgeburt wird eine Blutprobe vom Muttertier zur Abklärung möglicher infektiöser Erreger und Mangel an Spurenelementen untersucht.


Epidemiologische Studie über Neospora caninum und Toxoplasma gondii Infektionen bei Neuweltkameliden

Toxoplasma gondii und Neospora caninum sind weltweit verbreitete Protozoen, welche Aborte und kongenitale Infektionen bei Wiederkäuern verursachen. Während T. gondii eine hohe Bedeutung als Aborterreger bei Kleinwiederkäuern hat, stellt N. caninum einer der wichtigsten Aborterreger beim Rind dar. Infektionen mit beiden Erregern wurden bei zahlreichen Haus- und Wildtierarten beschrieben mit unterschiedlicher klinischer Bedeutung bei den jeweiligen Tierarten. Zu erwähnen ist, dass die Toxoplasmose eine Zoonose ist, die schwerwiegende Erkrankungen bei Infektionen in utero oder bei immunsupprimierten Patienten hervorrufen kann. Über die Bedeutung der Toxoplasmose und der Neosporose bei Neuweltkameliden ist wenig bekannt. Einzelne serologische Studien haben gezeigt, dass N. caninum und T. gondii Infektionen vorkommen und dass N. caninum als Abortursache in Peru bestätigt wurde. Die Epidemiologische Situation beider Parasiten bei Neuweltkameliden in Europa, ihre Bedeutung als Aborterreger bei diesen Tierarten und die Rolle von mit T. gondii infiziertes Fleisch als Infektionsquelle für den Menschen wurden bis anhin kaum erforscht. Für eine aktuelle Prävalenzschätzung wird eine schweizweite Zufallsstichprobe gezogen, um Informationen über Verbreitung und Bedeutung von N. caninum und T. gondii Infektionen bei Neuweltkameliden zu erhalten.


Untersuchung von Aborten und perinataler Sterblichkeit bei Neuweltkameliden in der Schweiz

Ziel des Projektes ist es zum einen, eine Übersicht zum Vorkommen von mit Fellfarben und Vlieseigenschaften zusammenhängenden Besonderheiten oder Defekten in der Alpakapopulation des deutschsprachigen Raums zu gewinnen. Zum anderen sollen die aktuellen Möglichkeiten der Identifizierung von Genvarianten, die solchen möglicherweise vererbten Besonderheiten oder Defekten zugrunde liegen, für das Alpaka eruiert und verbessert werden. Hierzu werden molekulargenetische Methoden wie die Gesamtgenomsequenzierung oder die SNP-Chip-Genotypisierung zur beispielhaften Identifizierung von Genvarianten mit Einfluss auf den Vliestyp und auf Fellfarben angewendet werden. Die gewonnenen Populations- und molekulargenetischen Daten sowie die von ausgewählten Alpakas gesammelten Proben sollen auch potenziellen Folgeprojekten zur Aufklärung und anschließenden Bekämpfung von genetisch bedingten Anomalien und Krankheiten beim Alpaka dienen.

Untersuchungen zur Eignung der Gastrin- und Pepsinogenkonzentrationen im Blut von Neuweltkamelen zur Diagnostik von Endoparasiten

Gastrin und Pepsinogen sind zwei Substanzen, die in den Verdauungsorganen Magen und Darm vielfältige Funktionen haben. Diese beiden Stoffe wirken weitestgehend lokal und erscheinen nicht oder nur in geringen Konzentrationen im peripheren Blut. Es ist bei einigen Tierarten gezeigt worden, dass erhöhte Konzentrationen auf Störungen hinweisen. So ist zum Beispiel beim Schaf gezeigt worden, dass erhöhte Konzentrationen durch Parasiten im Magendarmtrakt hervorgerufen werden. Für Neuweltkamele liegen bisher keine Daten sowohl zu den physiologischen Bereichen als auch zu pathologischen Abweichungen vor. Mit der Studie soll ein Zusammenhang zwischen der Art und dem Grad der Endoparasitose und daraus resultierenden Veränderungen in der Magen -und Darmschleimhaut hergestellt werden. Als Grundlage dazu soll ein Vorschlag für mögliche Referenzbereiche für Gastrin und Pepsinogen bei Lamas und Alpakas unterschiedlichen Geschlechts und Alters gemacht werden.

Projektvorschläge

Wir würden uns freuen, wenn aus den Reihen der Lama- und Alpakahalter, der Tierärzte und allen anderen interessierten Personen Projektvorschläge gemacht werden.

Alle Vorschläge können auf Wunsch hier veröffentlicht werden. Projektvorschläge können jederzeit eingereicht werden.

Vergabe von „Lydia und Konrad Kraft Preisen“

In der Förderperiode 2019/20 werden Gelder bereitgestellt. Um das Interesse an den Fördermöglichkeiten zu wecken, hat die Mitgliederversammlung beschlossen einen „Lydia und Konrad Kraft Preis“ in Höhe von 1500€ für Doktorarbeiten die in den letzten drei Jahren (2017-2019) fertiggestellt wurden und einen „Lydia und Konrad Kraft Nachwuchspreis“ in Höhe von 500€ für

Dipl.-, BSc-, oder MSc-Arbeiten zu vergeben, die in den Jahren 2017-2019 veröffentlicht wurden.

Der Bewerbungsschluss für die Preise ist der 30.04.2020 . Die Preise werden im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung überreicht.